Tag 1-3 - Manaus - Clipper Premium
Riesig war die Vorfreude auf den Amazonas. Ein Besuch bei „Pachamama“ höchstpersönlich, wo die Natur noch wild und unberührt ist. Ein Kindheitstraum, der nun endlich in Erfüllung geht. Mein Abenteuer beginnt mit einer zweitägigen Fahrt auf dem Rio Solimões mit dem Boot Clipper Premium.
Mit auf der Fahrt sind drei deutsche Paare mittleren Alters und eine alleinreisende Australierin. Unser Guide spricht gutes Deutsch und die ganze Crew bemüht sich ständig um unser Wohl.
Beide Tage starten früh, um 05:30 Uhr sitze ich auf dem Deck und beobachte das Erwachen des Regenwaldes. Es ist eine Mischung aus wunderschönen Farben und lautstarkem Erwachen der vielen Vögel und Tiere. Wir fahren mit dem Beiboot raus und beobachten die Tiere aus der Nähe. Der Guide erklärt uns viel Wissenswertes über die verschiedenen Vogelarten, die nun in Schaaren über uns hinwegfliegen. Sogar die rosafarbenen Flussdelfine statten uns einen Besuch ab, was mir sicherlich auf Ewig in Erinnerung bleiben wird. Diese scheuen Tiere halten zwar einen Sicherheitsabstand zu unserem Beiboot, trotzdem kann man die Färbung und Tiere an der Oberfläche gut erkennen.
Zurück im Boot erwartet und ein gutes Frühstück. Das Essen möchte ich an dieser Stelle noch erwähnen; vielseitig, lecker zubereitet, eine Mischung aus lokaler Küche und unserem „gewohnten“ Essen.
Die Touren und Ausflüge auf dem Clipper Premium sind naturnah, aber komfortabel und für jedes Alter geeignet. Neben dem Piranhafischen und dem Spaziergang durch den Dschungel mit Besuch einer einheimischen Familie verbringen wir viel Zeit auf den Beibooten und erkunden die Umgebung und kleinen Flussläufer des Rio Solimões.

Tag 3-5 Antonio’s Lodge Rio Urubu
Heute geht mein Abenteuer Amazonas weiter, ich bin gespannt auf die Antonio’s Lodge. Nach einer längeren Autofahrt bringt uns ein kleines Motorboot den Fluss Urubu entlang zur Lodge. Die Umgebung habe ich mir anders vorgestellt, denn nicht ein unendlicher Dschungel mit riesigen Bäumen erwartet mich, sondern eher ein interessantes Wetland, der sogenannte Floating Forest. Mein Guide erklärt mir, dass sich die Vegetation stark verändert durch die Regen- bzw. Trockenzeit. Nun ist Trockenzeit und der Wasserstand relativ tief. Trotzdem liegt vieles unter Wasser und nur die Baumkronen ragen oben heraus. In der Regenzeit steigen die Wasserspiegel markant, meterweise an und lassen beinahe alles versinken. Das Ökosystem ist so adaptiert, dass es auch unter Wasser weiterleben und gedeihen kann.
In der Lodge angekommen werde ich von Antonio persönlich begrüsst, welcher mir stolz seine Lodge zeigt. Die Lodge ist einfach und herzig, in Einklang mit der Natur und mit Liebe zum Detail. Jedes Bungalow oder Chalet repräsentiert ein Tier aus dem Amazonas und ist dementsprechend bemalt und verziert. Weiter verfügt die Lodge über einen Aussichtsturm, einen Dschungelpfad, einen Bereich mit Hängematten und einen Essbereich mit kleiner Bar. Antonio selbst ist ein liebeswürdiger Mann, der sich gerne selbst um das Wohl seiner Gäste kümmert. Gekauft hat er damals ein riesengrosses Stück Land, um die Natur vor Zerstörung bzw. Abholzung zu schützen und sich seinen Traum der Lodge zu erfüllen. Seit ein paar Jahren besitzt er zudem eine weitere Lodge.
Am Morgen um 05:30Uhr startet meine erste Entdeckungstour mit meinem Guide. Mein Guide spricht sehr gutes Englisch und weiss wahnsinnig viel über die Umgebung, Flora und Fauna rund um den Rio Urubu. Es gibt kaum eine Frage, die er mir nicht beantworten kann, obwohl ich alles gebe, um ihn aus der Reserve zu locken. Auch die weiteren Gäste sind von ihren Guides begeistert, die mit viel Freude ihr scheinbar unendliches Wissen weitergeben. Für mich persönlich sind die Guides der Antonio’s Lodge top.

Leider sind beide Morgen etwas bewölkt, wodurch wir die Sonnenaufgänge auf dem Kanu nicht sehen. Dafür grüssen uns erneut die pinken und grauen Flussdelfine.
Am Nachmittag unternimmt mein Guide mit mir eine Dschungelwanderung etwas abseits vom Floating Forest. Wir sprechen viel über die Pflanzen, die Gründe für deren Vorkommen und Nutzen für Einheimische, was wirklich sehr interessant ist. Scheinbar jede Pflanze hat ihren eigenen Angriffs- oder Verteidigungsmechanismus und einen medizinischen Nutzen für indigene Bevölkerungen. Gespannt folge ich meinem Guide durch die dichten Wälder. Tiere sind etwas schwieriger zu finden im dichten Urwald. Vögel und kleinere Tiere und Insekten lassen sich sehr gut beobachten, für grössere Säugetiere muss man Glück haben. Wir haben auf dieser Dschungelwanderung Bekanntschaft mit einer schönen Tarantel gemacht. Eindrücklich gross das Tier. Wie der Name Regenwald bereits erahnen lässt, kommt der Platzregen sehr unerwartet und heftig. Da hilft nur noch ein selbst gebastelter Regenschirm aus Bananenblättern und Stöcken, um einigermassen trocken zu bleiben.
In der Dunkelheit paddeln wir wieder auf den Fluss hinaus, um Kaimane und nachtaktive Tiere wie Frösche zu beobachten. Mit einem Speer fangen wir einen grossen Fisch, welcher als Nachtessen für alle Gäste der Lodge zubereitet wird.

Am zweiten Tag erkunden wir die kleinen Flussausläufer des Rio Urubu. Durch das Dickicht manövrieren wir unser kleines Kanu tief durch den unberührten Dschungel, bis wir nicht mehr weiterkommen. Die Stimmung ist fast magisch aufgrund der vielen Tiergeräusche und Sonnenstrahlen, welche durch den verschlafenen Wald scheinen. Von weitem hören wir ein paar Riesenotter spielen.
Ein weiteres Highlight erwartet mich am Nachmittag und Abend dieses Tages. Zum Glück beissen die Piranhas schnell an, was mir mein Abendessen garantiert. Ein Urwald BBQ an einem kleinen verlassenen Strand steht auf dem Programm. Ausgerüstet sind wir mit Reis, Eier, Maniok und unseren Fischen, welche ich selber ausnehmen und präparieren durfte. Über einem Feuer lassen wir die Piranhas an Stöcken garen. Dieses einzigartige und authentische BBQ wird mir noch lange in bester Erinnerung bleiben.

In der Antonio’s Lodge besteht die Möglichkeit für ein Überlebenstraining mit Übernachtung in einer Hängematte an einem überdachten Plätzchen mitten im Dschungel.
Wenn Sie auf der Suche sind nach einem authentischen, naturnahen Erlebnis im Amazonas, kann ich Ihnen die Antonio’s Lodge sehr empfehlen. Die Ausflüge sind vielseitig und werden jeweils den Bedürfnissen der Kunden angepasst.

Tag 5-7 Juma Lodge
Die Juma Lodge ist ein kleines Juwel am Rio Juma, einer geschützten Gegend des Amazonas. Die Lodge ist komfortabel und ganz auf Stelzen gebaut. Daniel, der Manager, führt mich durch die ganze Lodge. Die Bungalows sind grosszügig, liebevoll dekoriert und einmalig, mit sehr bequemen Betten und einer Warmwasserdusche (was sonst kaum zu finden ist!). Wirklich sehr schön. Geheimtipp ist sicherlich der romantische Panorama Bungalow mit beinahe 360 Grad Aussicht aus dem Bett. Es gibt ein Flussschwimmbad, welches durch ein Netz vom eigentlichen Fluss abgetrennt ist und die Gäste zum baden einlädt…eine willkommene Abkühlung bei der Hitze und Luftfeuchtigkeit.
In der Juma Lodge erwartet mich eine einzigartige Vegetation. Etwa dieses Bild hatte ich immer im Kopf vom Amazonasbecken. Ein riesengrosser Urwald mit hohen und dicht bewachsenen Bäumen, durch welcher sich verschiedene Flussläufe schlängeln. Wohin man sieht, überall unberührte Natur.
Auch hier erwische ich einen super Guide. Der etwas ältere Mann weiss ganz genau, wie man im Urwald überlebt und kennt beinahe jede Pflanze und jedes Tier. Gespannt höre ich ihm zu und lerne viel Wissenswertes. Der Amazonas mit seiner Biodiversität ist wirklich faszinierend.
Kulinarisch bietet die Juma Lodge viel, es gibt jeweils ein grosses Buffet mit allerlei Gerichten aus lokaler und internationaler Küche.

Die Ausflüge in der Juma Lodge sind ähnlich wie in den anderen Lodges. Wir unternehmen Dschungelwanderungen, Entdeckungstouren mit dem Boot, besuchen Einheimische und den höchsten Baum in der Gegend. Weiteres Highlight ist das spontane, amüsante Fussballturnier mit den Einheimischen auf einem Acker, der uns als Fussballfeld dient. Gefühlt die ganze Nachbarschaft ist angereist und die Stimmung fröhlich.

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